Was ist Epilepsie?

…und wie häufig tritt Epilepsie auf?

Bild: Nervenzellen (Neuronen)

Der Begriff der Epilepsie stammt von dem altgriechischen Wort epilepsis ab und kann am treffendsten mit „der Anfall“ oder „der Übergriff“ übersetzt werden. Sicher werden Sie auch einmal über die Begriffe Fallsucht oder Krampfleiden stolpern, die ebenfalls im Deutschen verwendet werden.

Die Epilepsie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Berichte über die Epilepsie gibt es schon seit Bestehen der Menschheit und sind in allen Kulturen zu finden.

Auch therapeutische Maßnahmen lassen sich bis zur Urgesellschaft zurückverfolgen. Bereits Galen von Pergamon (129-201 n.Chr.) ging von krankhaften Vorgängen im Gehirn aus. Er nahm ebenfalls an, dass die Veränderungen auch in Folge von Schädigungen anderer Organe ausgehen können. Er lag damit der Ursache nach dem heutigen Stand sehr nahe. Die mittelalterliche Vorstellung ging hingegen von einer Besessenheit des Betroffenen von Dämonen oder dem Teufel oder von einer Bestrafung Gottes für begangene Sünden aus. Die Epilepsie wurde deshalb auch als die „heilige Krankheit“ oder „Morbus sacer“ bezeichnet.

Einige Zahlen

Für Sie ist es zuerst wichtig zu erfahren, dass es sich bei der Epilepsie nicht um eine Erkrankung handelt, die gleichbedeutend mit einer geistigen Behinderung ist oder von der Intelligenz oder dem sozialen Status abhängen. Und sie ist nicht ansteckend. Es ist vielmehr eine der häufigsten chronischen, neurologischen Erkrankungen, die sich in den so genannten epileptischen Anfällen äußert. Beim Auftauchen eines Anfalls ist man jedoch nicht schon von der Epilepsie betroffen. So haben etwa fünf Prozent aller Menschen irgendwann mal in ihrem Leben einen derartigen Anfall (Quelle: WHO). Der Anteil der Menschen in Europa, bei denen man dann wirklich von Epilepsie spricht, liegt bei etwa 0,6 Prozent bis 1 Prozent der Bevölkerung. Bezogen auf Deutschland entspricht das einer Gruppe von etwa 500 000 – 800 000 Menschen.

Perspektiven

Durch die Erfolge der Medizin und Wissenschaft können 80 Prozent der Epileptiker mit Medikamenten oder durch einen chirurgischen Eingriff ein nahezu anfallsfreies Leben führen. Eine Heilung der Erkrankung durch Medikamente ist derzeit noch nicht möglich

Berühmte Epileptiker

Dass die Erkrankung nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun hat, haben Sie ja schon gelesen, ganz im Gegenteil: viele Epileptiker sind sogar überdurchschnittlich intelligent.

So gibt es auch mehrere größere Berühmtheiten, bei denen angenommen wird oder es schon bekannt ist, dass sie ebenfalls an der Epilepsie litten. So waren z.B. Persönlichkeiten wie Alexander der Große, Sokrates und Gaius Julius Caesar an einer Epilepsie erkrankt und leisteten Gewaltiges. Auch der russische Schriftsteller Dostojewski, Napoleon Bonaparte und der Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel, auf den der Nobelpreis zurückgeht, sind zu nennen. Mehrere Olympia Medaillen gewinner waren ebenfalls anfallskrank.

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