Ursachen der Epilepsie

Epilepsie kann viele verschiedene Ursachen haben

Jede Nervenzelle kann in ihrer normalen Funktion gestört sein und epileptisch werden. Tritt ein Krampfanfall auf, spricht man nicht gleich von einer Epilepsie. Jeder von uns verfügt über eine individuelle Anfallsbereitschaft. Jede Störung der normalen Nerventätigkeit durch erworbene Hirnschädigungen erhöht diese Anfallsbereitschaft. Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls zu einer Erhöhung führen.

Provozierende Faktoren

Zum Teil bedarf es zusätzlicher, provozierender Faktoren wie z.B. Schlafmangel, Stress, Lichtblitze (z.B. Flackerlicht in einer Diskothek, eines Computermonitors oder eines Fernsehers) oder hormonelle Schwankungen (bei Frauen z.B. während ihres Menstruationszykluses), um letztendlich einen Anfall auszulösen. Auch Nikotin und Alkohol können provozierende Faktoren sein. Diese Anfallauslöser können selbst keine Epilepsie auslösen, sie können jedoch die Anfallsbereitschaft erhöhen und somit einen Anfall begünstigen oder zu einem Gelegenheitsanfall führen.

Selbst bei Epilepsie Patienten, die bereits gut mit Medikamenten eingestellt sind, kann es zum Wiederauftreten von Anfällen kommen. Man spricht dann von Durchbruchsanfällen (Rezidiven). So sollten die provozierenden Faktoren vermieden werden. Patienten mit einer Epilepsie sollten z.B. für einen ausreichenden und einen regelmäßigen Schlaf sorgen.

Andere Erkrankungen und vorgeburtliche Schäden

In manchen Fällen tragen Selbstreparaturversuche des Gehirns nach einer Kopfverletzung, einem Schlaganfall oder einer anderen Erkrankung versehentlich zur Entstehung von Nervenfehlverbindungen bei, die dann zu einer Epilepsie führen.

Auch Fehlentwicklungen des Gehirns beim ungeborenen Kind können die Nerventätigkeit stören und ein Anfallsleiden hervorrufen. In dieser Phase ist das Gehirn besonders empfindlich gegenüber Schädigungen. So können Infektionen der Mutter, eine Mangelernährung oder ein Sauerstoffmangel zu Schädigungen führen, die mit einer Epilepsie einhergehen. (Siehe hierzu auch Epilepsie, Schwangerschaft und Geburt)

Nur bei ungefähr der Hälfte aller Anfälle ist die Ursache bekannt. In vielen Fällen ist die Epilepsie die Folge einer Schädigung des Gehirns durch andere Erkrankungen, die die normale Hirntätigkeit beeinträchtigen. Beispiele dafür sind: Hirntumor, Schlaganfall, Alkoholmissbrauch, Hirnhautentzündung (Meningitis), Herzattacke, AIDS, virale Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) und andere Infektionskrankheiten oder neurologische Erkrankungen des Alters, wie die Alzheimer-Krankheit. Eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Hydrocephalus), Unverträglichkeit gegenüber Weizengluten (Zöliakie), Parasiteninfektion des Gehirns (Neurozystizerkose) können zu der Entstehung einer Epilepsie beitragen.

Werden diese Erkrankungen erfolgreich behandelt, können die Anfälle aufhören. Ob Sie anfallsfrei werden, hängt in erster Linie davon ab, welche Gehirnregion betroffen ist und wie groß das Ausmaß der Schädigung ist. Eine Epilepsie kommt bei verschiedenen Stoffwechselstörungen vor. Die Epilepsie ist dann nur eines einer ganzen Reihe von Symptomen.

Vergiftungen und andere Anfallsauslöser

Vergiftungen mit Blei (ein Schwermetall), Kohlenmonoxid (farb- und geruchloses Atemgift) oder anderen giftigen Substanzen können zu Anfällen führen. Diese können auch beim Konsum von illegalen Drogen und nach Überdosen von Antidepressiva und anderen Medikamenten vorkommen.

Vererbung

Bis auf sehr wenige Ausnahmen ist die Epilepsie keine Erbkrankheit im klassischen Sinn. Die vererbbaren Formen machen nur etwa ein Prozent aller Epielpsieformen aus.

Bild: Familie

Was jedoch vererbbar ist, ist eine erhöhte Anfallsbereitschaft. Es ist deshalb immer noch ein weiterer Faktor notwendig, der dann die Epilepsie auslöst. Die meisten idiopathischen Epielpsieformen werden multifaktoriell ausgelöst, d.h. es müssen sowohl mehrere genetische Veränderungen als auch mehrere Umwelteinflüsse zusammenkommen.

Es lassen sich jedoch bei Epilepsie-Patienten immer häufiger Veränderungen in der genetischen Information, den Genen, feststellen. Man vermutet, dass etwa 500 Gene eine Rolle spielen könnten. Informationen zum Erkrankungsrisiko für ein Kind, wenn ein oder beide Elternteile erkrankt sind, finden Sie unter Epileptiker im Alltag - Epilepsie, Schwangerschaft und Geburt.

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