Epilepsie und Freizeit, Sport und Reisen

Bild: Epilepsie und Freizeit, Sport und Reisen

Freizeitaktivitäten und Sport schaffen einen Ausgleich zum Alltag und fördern die Gesundheit. Auch als Epileptiker müssen Sie nicht darauf verzichten. Ein regelmäßiges Training soll die Anfallskontrolle bei manchen Epileptikern sogar verbessern. Sinnvoll ist jedoch eine Beratung durch Ihren behandelnden Arzt. Je nach Anfallsart und Häufigkeit können die Freizeitbeschäftigungen eingeschränkt sein.

Epilepsie und Sport

Generell gilt, dass Personen, die seit über zwei Jahren anfallsfrei sind, fast alle Sportarten durchführen können. Treten Anfälle nur zu bestimmten Zeiten auf, sollte dann kein Sport getrieben werden (führen Sie deshalb einen Anfallskalender). Bei nicht zeitlich gebundenen Anfällen sollte bei gewissen Sportarten eine Aufsichtsperson bei Ihnen sein.

Sportarten, die mit einem sehr hohen Verletzungsrisiko zusammenhängen, sollten jedoch vermieden werden. Dazu zählen Sportarten, die ein hohes Risiko bergen, sich eine Kopfverletzung zuzuziehen, wie z.B. Boxen oder mit einem hohen Risiko für einen Sturz, wie z.B. Fallschirmspringen oder Klettern. Auch Schwimmen, Segeln, Surfen oder Tiefseetauchen können ein erhöhtes Risiko darstellen.

Joggen, Fußball und viele andere Sportarten sind für Epileptiker unbedenklich. Es wurde bisher noch über keine Zunahme von Anfällen aufgrund von Sport berichtet. Auch führt die verstärkte Atmung bei körperlicher Anstrengung nicht zu einer erhöhten Anfallsbereitschaft. Es darf nicht mit einer Hyperventilation (vertiefte und verstärkte Atmung ohne Sport oder körperliche Arbeit) verwechselt werden. Hier ist bekannt, dass die Anfallbereitschaft erhöht werden kann: Anfälle werden aber nur in sehr seltenen Fällen ausgelöst. Vermeiden Sie Zustände wie Austrocknung, Überbelastung und Unterzuckerung.

Epilepsie und Fernreisen

Wenn Sie eine Fernreise (in der Regel mit Flug) unternehmen wollen, finden Sie nachfolgend einige Tipps, die für Sie nützlich sein können.

Tipp 1: Information über Risiken und Schutzmaßnahmen
Vor jeder Fernreise ist es ratsam mit Ihrem behandelnden Arzt die Risiken zu besprechen und sich über Schutzmaßnahmen aufklären zu lassen: wie zum Beispiel über Impfungen und spezielle Prophylaxen (z.B. Malaria, Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen oder bei Durchfall).

Tipp 2: Medikamente
Lassen Sie sich vor Reiseantritt Medikamente in ausreichender Menge verschreiben. Nehmen Sie eventuell ein Ersatzrezept mit. Informieren Sie sich z.B. in Ihrer Apotheke, ob Ihr Medikament im Urlaubsland verfügbar ist und unter welchem Namen es vertrieben wird. Denken Sie daran, ausreichende Mengen an Medikamenten auch im Handgepäck mitzuführen. Beachten Sie bei der Einnahme eine eventuelle Zeitverschiebung. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine zweite Uhr mit sich führen, die weiterhin die Uhrzeit Ihres Heimatlandes anzeigt. So können Sie zu den gewohnten Uhrzeiten Ihre Arzneimittel einnehmen und nach und nach auf die Uhrzeit am Urlaubsort umstellen.

Tipp 3: Versicherungen
Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab, eventuell auch eine Reiserücktrittsversicherung.

Tipp 4: Schwimmen
Beim Schwimmen im Meer ist es besser, wenn Sie von einem erfahrenen Schwimmer begleitet werden. Das Schwimmen im Hotelpool hat den Vorteil, dass Ihnen im Notfall schneller geholfen werden kann.

Tipp 5: Das Essen und Trinken am Urlaubsort
Durchfall und eine dadurch bedingte Elektrolytverschiebung können sowohl einen Anfall begünstigen oder die Aufnahme von Antikonvulsiva verringern. Achten Sie deshalb auf die Auswahl der Lebensmittel und der Getränke.

Nicht in allen Ländern sind die Hygienestandards wie bei uns. Trinken Sie nur Flüssigkeiten, die ausreichend erhitzt wurden oder am besten in original verschlossenen Gefäßen abgefüllt sind. Denken Sie daran, dass viele Getränke mit Eiswürfeln, die aus normalem Trinkwasser hergestellt wurden, gekühlt werden. Bei der Auswahl Ihrer Speisen, richten Sie sich am besten nach dem Sprichwort: „Koche es, schäle es oder lasse die Finger davon“.

Tipp 6: Mitreisende über Notfallmaßnahmen informieren
Informieren Sie Mitreisende darüber, was in einem Notfall zu tun ist.

Tipp 7: Notfallausweis
Tragen Sie einen Notfallausweis in Englisch oder noch besser in der Landessprache mit sich. Dieser sollte angeben, dass Sie an Epilepsie leiden, welche Medikamente Sie einnehmen (Wirkstoff und Dosis), Erste-Hilfe-Maßnahmen, Adresse und Telefonnummer der Personen, die im Falle eines Notfalls verständigt werden sollen.

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Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

Für die Meldung von Nebenwirkungen außerhalb der Geschäftszeiten erreichen Sie uns unter 02065 256 1665.

In medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.