Diagnose von Epilepsie

Wie kann eine Epilepsie festgestellt werden?

Bild: Diagnose von Epilepsie - Untersuchung beim Arzt

Zur sicheren Diagnose der Epilepsie ist eine Reihe von Untersuchungen nötig. Auch ist es für die spätere Therapie wichtig, herauszufinden, welche Art von Anfälle/Epilepsie vorliegt.

Es gibt Fälle, in denen die Symptome einem Anfall gleichen, die aber nicht-epileptisch sind und durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Selbst Ärzte können ohne eine genaue Beobachtung und intensive Untersuchungen nicht immer zwischen diesen Erkrankungen und einer Epilepsie unterscheiden.

Wo bekomme ich Hilfe?

Die Diagnose Epilepsie stellt ein/eine Facharzt/Fachärztin für Neurologie.

Behandelt wird die Epilepsie von Ärzten aus verschiedenen Fachgebieten: von Neurologen, Kinderärzten, Kinderneurologen, Internisten und Hausärzten sowie von Neurochirurgen und Epileptologen. (Zur Aztsuche)

Eine spezielle oder intensive Betreuung bekommen Sie in neurologischen Ambulanzen, speziellen Epilepsiekliniken oder Epilepsiezentren.

Fachärzte für Neurologie finden Sie in Ihrem Telefonbuch, den „Gelben Seiten“ oder im Internet. Epilepsiebehandlungszentren sind häufig an Universitätskliniken angegliedert. Oder fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach einem Neurologen oder der nächsten Klinik/dem nächsten Zentrum.

Krankengeschichte (Anamnese)

Wenn Sie einen Arzt aufsuchen, wird er als erstes ausführlich nach Ihrer Krankheitsgeschichte fragen (Anamnese). Anhand einer Liste können Sie sich auf das Arztgespräch vorbereiten. Machen Sie sich eventuell kurze Notizen und nehmen Sie diese im Gespräch zur Hand. Da sich der Anfallskranke selbst oft nicht erinnern kann, was genau passiert ist, sind die Angaben der Bezugspersonen (Eltern, Partner, Freunde...) sehr hilfreich und wichtig.
Vorbereitungsbogen für die Erhebung Ihrer Krankengeschichte PDF

Blutuntersuchung

Über die Erstellung eines großen Blutbildes können andere Ursachen ausgeschlossen werden, die zu einer Epilepsie führen könnten. Sie dienen dazu, um z.B. Stoffwechselerkrankungen, Infektionen, eine Anämie (Blutarmut) oder um einen Diabetes auszuschließen, die ebenfalls ein Auslöser für einen Anfall sein können.

Für die Therapie dient die Blutuntersuchung, um den Verlauf einer medikamentösen Therapie zu überwachen. So werden bei manchen Medikamenten routinemäßig, bei anderen nur bei besonderen Fragestellungen in gewissen Abständen der Medikamentenspiegel, das Blutbild und die Leberwerte bestimmt.

EEG-Untersuchungen

Eine wichtige Untersuchung zur Diagnostik ist das Elektroenzephalogramm (EEG). Diese Untersuchung ist absolut schmerzfrei und dauert etwa 30 Minuten.

Die Untersuchung dient dazu, die elektrische Aktivität des Gehirns aufzuzeichnen. Es ergeben sich charakteristische Kurven, die sich je nach Aktivitätszustand Ihres Gehirns ändern. Halten Sie die Augen z.B. geschlossen werden so genannte Alpha-Kurven aufgezeichnet, beim Öffnen der Augen gehen diese in die Beta-Wellen über.

Bei Gehirnschädigungen treten messbare Abweichungen auf. Dasselbe gilt auch während eines Anfalls. Bei etwa der Hälfte zeigen sich auch außerhalb der Krampfanfälle deutliche Veränderungen. Sieht man im EEG keine Veränderungen kann man aber dennoch keine Epilepsie ausschließen. Liegen die Veränderungen z.B. sehr tief im Gehirn, kann es sein, dass diese nicht mehr erfasst werden können. Auch gesunde Personen zeigen manchmal Veränderungen. Das EEG liefert zusammen mit anderen Untersuchungsmethoden aber wichtige Informationen und wird standardmäßig angewendet.

Treten Anfälle nur im Schlaf auf, wird das EEG, während der Patient schläft, aufgezeichnet (Schlaf-EEG). Oder es können auch zusammen mit dem EEG Videoaufzeichnungen gemacht werden (Video-EEG). Eine weitere Methode bei ungeklärten Anfällen ist eine EEG-Langzeitableitung. Der Patient bekommt ein Kassettengerät mit nach Hause, das die Hirnstromkurve aufzeichnet und speichert.

Mit Hilfe des EEGs können auch andere Erkrankungen wie z.B. Herzrhythmusstörungen oder eine Narkolepsie ausgeschlossen werden.

MEG-Untersuchungen

Eine ähnliche Untersuchungstechnik ist die Magnetenzephalographie (MEG). Das MEG ist keine Routineuntersuchung und wird in erster Linie bei Epilepsie-Patienten mit einer lokalisationsbezogenen Epilepsie eingesetzt, die durch eine medikamentöse Behandlung nicht anfallsfrei werden und bei denen eine Gehirnoperation in Erwägung gezogen wird.

Die betroffenen Gehirnareale lassen sich damit sehr hoch auflösend bestimmen. Im Magnetenzephalogram werden wie beim Elektroenzephalogramm die Hirnstromkurven aufgezeichnet. Anstelle der Messung von Spannungsunterschieden werden magnetische Signale aufgezeichnet. Diese werden von den elektrischen Strömen im Gehirn erzeugt.

Bildgebende Untersuchungen des Gehirns

Ein weiterer Bestandteil, um eine Epilepsie festzustellen sind bildgebende Verfahren. Es hängt von der jeweiligen Fragestellung ab, welches Verfahren angewendet wird.

Für die Erstdiagnose wird eine Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) durchgeführt. Das ist ein Verfahren mit dem Gewebe und innere Organe mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen sehr detailliert dargestellt werden können. Es werden dabei schichtweise Querschnitte des Organs aufgenommen. Eine weitere ältere Methode ist die Computertomographie (CT). Auch hier werden Organe graphisch dargestellt. Die Auflösung ist jedoch im Vergleich zum MRT geringer.

Bei speziellen Fragestellungen oder wenn ein chirurgischer Eingriff geplant wird, können weitere Untersuchungen bei Ihnen durchgeführt werden. Ziel ist es dabei, meist den genauen Anfallsherd zu bestimmen. Zu nennen ist hier die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT). Sie misst Unterschiede in der Gewebedurchblutung (basierend auf den unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut) und man kann damit nach einer geeigneten Stimulation auf das aktive Hirnareal zurückschließen.

Bei der Positronenemissionstomographie (PET) und der Single-Photonen Emissionscomputertomographie (SPECT) werden radioaktiv markierte Substanzen (bei der PET radioaktiv markierter Zucker) verwendet, um bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn sichtbar zu machen.

Die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) ist eine Spezialuntersuchung, die sich derselben Methode wie die Magnetresonanztomographie bedient. Anstelle der Hirnstruktur werden mit Magnetfeldern und Radiowellen bestimmte Stoffwechselprodukte des Gewebes sichtbar gemacht. So können Konzentrationen von den einzelnen Substanzen gemessen werden und damit Rückschlüsse auf krankhaft veränderte Prozesse gemacht werden. Auch hier liegt der Schwerpunkt der Anwendung als Vorbereitung zu einem chirurgischen Eingriff.

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